Berichte


Die größte Friedensbewegung: 50 Jahre Städtepartnerschaft

Hofheim. 50 Jahre Partnerschaft zwischen Hofheim und den französischen Freunden aus Chinon waren der Anlass für eine Podiumsdiskussion in der Stadthalle. Die bange Frage: Lebt die Jugend Europa weiter?

Zwischen Kellerei und Rathaus war gestern ganz viel Europa. Vor allem französisch war dabei zu hören, aber immer wieder auch englisch, polnisch oder italienisch. Denn Hofheim feiert an diesem Wochenende europäische Partnerschaft – 50 Jahre schon währt die Älteste davon, die mit Chinon. Dabei gab es in der Mitte des gestrigen Tages einen Punkt zum gemeinsamen Nachdenken und zur Diskussion. Ist dieses Europa ein Europa der Bürgerinnen und Bürger? Ist es mehr als ein „verordnetes Miteinander“? Diesen Fragen sollte ein Impulsreferat und eine Podiumsdiskussion in der Stadthalle nachgehen.

Finanzielle Förderung

Marijke Mulder vom Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) konnte in ihrem Impuls sagen, die europäischen Städtepartnerschaften seien „die größte Friedensbewegung der Welt“. Die Europäische Union habe diese mittlerweile auch als wichtig für die Gemeinschaft erkannt und zeige dass, indem sie ihren Beitrag zur europäischen Integration finanziell fördere. Allerdings sei heute expliziter als früher, als es mehr um Kultur oder Sport gegangen sei, eine politische Arbeit unterstützt, Diskussionen und Workshops etwa, die das Verständnis des Einzelnen für das Gelingen der europäischen Gemeinschaft verbesserten. Allerdings sei der Förderbeitrag im Vergleich mit den Geldern, die die EU sonst verteile, vergleichsweise gering. Von den Bürgern selbst würden Städtepartnerschaften nicht sehr stark als Beitrag zu einem gelingenden Europa wahrgenommen, wie eine Forschungsarbeit der Uni Münster gezeigt habe. Völkerverständigung und Schüleraustausch seien da weitaus mehr als Hauptziel solcher Partnerschaften genannt.

„Die Uhr tickt!“

Dabei sei die Akzeptanz Europas wichtiger denn je für seine Zukunft. „Die Uhr tickt“, so Mulder. Das unterstrichen auch die Podiumsteilnehmer aus der Politik, der Europa-Abgeordnete Thomas Mann (CDU) und die Bundestags-Abgeordnete Bettina Müller (SPD) in ihren von dem Journalisten Peter Lückemeier moderierten Beiträgen. Ein Europa, das (über-)reguliert, ist keinem Bürger zu vermitteln und hat sich überlebt, ist Bettina Müller überzeugt: „Wir müssen nicht mehr regeln, ob eine offene Olivenölflasche auf den Restaurant-Tischen stehen darf in Italien, wir müssen uns mit wesentlichen Fragen beschäftigen.“

Thomas Mann nannte den Gedanken des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron, „absolut richtig“, der mahne: „Ruht euch nicht auf euren Lorbeeren aus. Wir müssen investieren, und wir müssen Europa reformieren.“ Mann versicherte: „Dabei werden wir Macron unterstützen.“ Eine Lehrerin aus dem Publikum sah unbedingt Handlungsbedarf bei der Jugend. So sollte der Schüleraustausch, der überwiegend zwischen Gymnasiasten stattfinde, endlich auch auf andere Schulformen ausgeweitet werden. Und auch die jugendlichen Migranten, die nicht in Europa aufgewachsen seien, müssten in den Blick genommen werden.

Durch Trump erkannt

Noch sei es nicht zu spät, das Glas sei in Bezug auf Europa „halb voll“, waren sich die Politik-Vertreter einig. Donald Trump habe viele erkennen lassen: „Mensch, Europa hat doch einen Stellenwert“, meint Mann, „und das lassen wir uns nicht kaputt machen: Niemals, never, jamais, jamais.“

Barbara Schmidt (27.05.2017 ) im Höchster Kreisblatt, Frankfurter Neue Presse: http://bit.ly/2qymQA0




Schüler entdecken Europäische Union

Viersen. Die Europaschule in Dülken war gestern Gastgeber des Europatages für junge Leute vom Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit. Die Schüler konnten mit Politikern über die EU diskutieren


Mit Marijke Mulder, (M., Europareferentin des IPZ), sprachen die Schüler des Clara-Schumann-Gymnasiums über Themen wie die Herausforderungen der Digitalisierung in Europa. FOTO: Franz-Heinrich Busch

"Europa ist für mich eine Erfolgsgeschichte, auch wenn es Schwächen hat", sagt Alessandra (16). Gemeinsam mit ihren Mitschülern löst sie gerade das Europaquiz, das im Workshop von Tamara Ögün vom Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) angeboten wird. Die Schüler aus den Sozialwissenschaftskursen der Stufe 10 beschäftigen sich einen Tag lang mit dem Thema "Europa - Erfolgsgeschichte oder Auslaufmodell?".

Der Europatag gestern fand im Rahmen der Europawoche 2017 am Clara-Schumann-Gymnasium statt. Für Schulleiter Gunter Fischer eine wichtige Sache: "Wir als zertifizierte Europaschule sind Europa und dem Gedanken daran verpflichtet. Auch deswegen binden wir in unsere Lehrpläne das Thema stark ein", sagte er. So ersetzt die Europastunde in der Klasse 6 das Fach Politik. Stattdessen stehen geografische, historische, gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Aspekte Europas auf dem Stundenplan.

Auch die Schüler der Stufe 10 befassten sich gestern ganz besonders intensiv mit diesen Themen. Nach einer Einführung in die Thematik durch Anna Noddeland, Geschäftsführerin des IPZ, bereiteten sich die Schüler auf die Podiumsdiskussion vor. Eine Stunde lang stellten sie den Bundestagsabgeordneten Udo Schiefner (SPD) und Uwe Schummer, den Landtagsabgeordneten Stefan Berger (beide CDU) und Martina Maaßen (Grüne) sowie der Bürgermeisterin der Stadt Viersen, Sabine Anemüller (SPD), Fragen. Themen wie die Flüchtlingskrise, Sicherheitslücken sowie die Einflüsse des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf Europa beschäftigten die Jugendlichen.

Besonders die Herausforderungen der Digitalisierung in Europa waren ein kontrovers diskutiertes Thema. Für Jan (17) überwiegen die Vorteile: "Europa sollte definitiv in die Digitalisierung investieren. Denn in allen Bereichen sehen wir Digitalisierung. Sei es Bildung, im Alltag oder auch im Beruf. Trotzdem muss man Aufklärung schaffen und sich weiterbilden. Ich zum Beispiel möchte verstehen, welche Daten über mich gesammelt werden und was das für mich bedeutet."

Niklas (16) sieht die Sache etwas anders: "Ich finde, man sollte bei der Digitalisierung Chancen und Risiken abwägen. Vor allem die Sozialität könnte leiden." Für ihn ist der soziale Aspekt sehr wichtig. "Wenn ich an Europa etwas ändern könnte, dann würde ich die soziale Sicherung anders gestalten", sagte er.

Für Niklas ging es nach dem Gesprächskreis auch in den Europaquiz-Workshop. Die Jugendlichen waren mit Eifer dabei und versuchten sich an den Fragen, die Ögün für sie bereithält. Alessandra grübelte darüber, wann der Euro als Währung eingeführt wurde. "Wenn Europa keine Schwächen hätte, dann gäbe es auch keine rechtsextremen Szenen", meinte sie, "doch durch die EU gibt es erst die Möglichkeit auf einfache Weise in Länder zu reisen und schnell andere Kulturen kennenzulernen. Für mich wäre es fatal, wenn Europa in eine Existenzkrise geraten würde. Deswegen war der Brexit meiner Meinung nach auch keine gute Idee. Es gab viele Vorteile durch die EU."

"Der Brexit ist nicht so gut. So hat sich ein großer Teil von der EU gelöst. Importe und Exporte gehen verloren", sagte auch Lilly (18). "Europa steht für Frieden, es ist alles geregelt. Neben der Sicherheit bietet die EU mir viele Möglichkeiten. So habe ich zum Beispiel vor, nach der Schule ein Auslandsjahr innerhalb Europas zu machen", erklärte die Schülerin. "Ich wusste schon viel über Europa und die EU. Mit dem Europatag konnte ich mein Wissen ausbauen und vertiefen."

Lea Buchholtz (13. Mai 2017) in der Rheinischen Post: http://bit.ly/2qynE85





Internationaler Jugendworkshop zum 60jährigen Jubiläum der Römischen Verträge

Von 5. bis 7. Mai 2017 fand in der Jugendherberge Hochspeyer ein internationaler Workshop anlässlich des 60jährigen Jubiläums der Römischen Verträge statt. In dem moderierten Workshop konnten die teilnehmenden Schüler und Lehrer aus verschiedenen europäischen Ländern die Errungenschaften, die Bedeutung, die Ziele und die weitere Entwicklung der Europäischen Union gemeinsam erarbeiten und diskutieren und damit als Unterstützer für die europäische Idee gewonnen werden.

„60 Jahre römische Verträge – 60 Jahre europäische Integration“ – Unter diesem Motto trafen vom 5. bis 7. Mai 2017 Schülergruppen aus ganz Europa in der Jugendherberge in Hochspeyer zusammen. Mit dabei waren Delegationen aus Guimarães (Portugal), Saint-Quentin (Frankreich), Compiègne (Frankreich), Igualada (Spanien) und Neuchâtel (Schweiz), jeweils bestehend aus vier Schülerinnen und Schülern sowie zwei betreuenden Lehrkräften. Aus der Stadt Kaiserslautern beteiligten sich vier personenmäßig gleich starke Gruppen vom Burggymnasium, vom Gymnasium am Rittersberg, vom St. Franziskus Gymnasium und vom Hohenstaufengymnasium.

Im Mittelpunkt des Treffens stand am Samstag ein vom Büro für Städtepartnerschaften der Stadt Kaiserslautern organisierter Workshop, der im Rahmen des von Guimarães 2008 initiierten Projektes: „Netzwerk Städtepartnerschaften: Europäisches Jugendparlament“ stattfand (siehe unten). Das Projekt wurde durch Zuwendungen des Europa Direkt Informationszentrums und den SWK unterstützt, Leiterin des Workshops war Anna Noddeland, Geschäftsführerin des Institutes für europäische Partnerschaften und Internationale Zusammenarbeit e.V. (IPZ).

Nach einer Vorstellung der vielschichtigen Aufgaben des Europa Direkt Informationszentrums (EDI) der Stadt Kaiserslautern durch den Leiter, Gerhard Degen, präsentierten die Schülergruppen aus Guimarães und Compiègne ambitionierte und innovative Projekte für die Zukunft Europas aus ihrer Sicht. Im anschließenden Workshop „60 years of European Integration“ vermittelte Anna Noddeland sodann detaillierte Informationen zu den Grundlagen, der Entstehung, der Gesetzgebung, des politischen Aufbaus, der Arbeit und den Zielen der Europäischen Union. In diesem Kontext wurde gemeinsam mit den Schülern und Lehrkräften auch die Rolle der Städtepartnerschaften als möglicher Ansatz bei der Gestaltung Europas thematisiert.

Die Gruppe aus Guimarães stellte ihre Präsentation in den Kontext zu einem Zitat von Henry Ford: „Coming together is a beginning“, keeping together is progress, working together is success“ (Zusammentreffen ist ein Anfang, Zusammenhalten ist Fortschritt, Zusammenarbeit ist Erfolg). Die Einrichtung einer gemeinsamen Internetplattform, die Gründung von multilateralen, städteübergreifenden Schulpartnerschaften und Intergenerationenprojekte waren Vorschläge, für die die Jugendlichen die Unterstützung der Städte benötigen.

Ein Besuch des Hambacher Schlosses, ein Grillabend und eine Nachtwanderung sowie eine Führung durch die Stadt Kaiserslautern boten den Teilnehmern einen Rahmen, sich gegenseitig kennen zu lernen und freundschaftliche Kontakte zu knüpfen. Peter Krietemeyer, Leiter des Referats Schulen der Stadt Kaiserslautern verabschiedete die Gruppen am Sonntag im Pfalzgrafensaal.

Ein europäisches Jugendparlament im Kontext des Partnerstädtenetzwerks.

Die Partnerstadt Guimarães initiierte das Europäische Jugendparlament im Rahmen des Partnerstädtenetzwerkes im Jahre 2008 in Anlehnung an das Konzept des European Youth Parliament (EYP). Das EYP ist ein Netzwerk, das in insgesamt 40 Ländern Europas vertreten ist und seit 1990 Jugendlichen zwischen 16 und 22 Jahren einen Raum bietet, ihre Meinungen zu europäischen Themen zu äußern, indem durch erweiterte Parlamentssimulationen europäische Politik überparteilich erleb- und erfahrbar gemacht wird.

Die Grundidee war, das auf EU Ebene und Länder bezogene Konzept auch und insbesondere auf die Städte zu übertragen, das heißt, bestehende Partnerstädtenetzwerke zu nutzen, um Jugendlichen aus verschiedenen Städten die Gelegenheit für den Austausch zu aktuellen Themen zu bieten, die ihre Lebenswelt direkt betreffen. Dabei werden in Konferenzen zwischen den Städten im Vorfeld die Themen und Rahmenbedingungen festgelegt. Die Bewerbergruppen erstellen Präsentationen zu den in den Konferenzen festgelegten Themengebieten und präsentieren und verteidigen diese im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens vor einer Jury. Jede Stadt entsendet im Anschluss die von ihr ausgewählte Gruppe.

Die Netzwerke der Städtepartnerschaften dienen als Rahmen für diesen Austausch, die Erweiterung um weitere Teilnehmerstädte ist ausdrücklich erwünscht. Im Vorfeld wird von den beteiligten Städten jeweils die gemeinsame Arbeitssprache – meist Englisch – festgelegt.

Europe Direct Kaiserslautern: http://bit.ly/2rbQP2x





02.02.2017 16:12 Kategorie: Berichte, Freizeit und Sport
Von: Presse- und Informationsstelle Viernheim

Tagung des IPZ im Viernheimer Rathaus: Fördermöglichkeiten für Europaprojekte, Städte- und Schulpartnerschaften XL

Bürgermeister Baaß betont Notwendigkeit des Engagements für Europa +++ Informationsseminar am heutigen Donnerstag im Ratssaal

Fördermöglichkeiten für Europaprojekte, Städte- und Schulpartnerschaften XL. So lautete das Thema des IPZ-Seminars am heutigen Donnerstag im Ratssaal. Eingeladen hierzu hatte das „Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ)“ zusammen mit dem kommunalen Freizeit- und SportBÜRO. Gekommen waren über 20 kompetente Vertreter aus Kommunalverwaltungen, Partnerschaftsvereinen und Schulen aus der gesamten Rhein-Neckar-Region, aber auch aus Königstein im Taunus, Biebesheim am Rhein, Büttelborn und Kirn.

Dabei ging es konkret um die Förderungen für internationale Begegnungen und Projekte für Kommunen, Vereine (Sport, Musik), Partnerschaftskomitees, Schulen und Jugendgruppen.

Seminarleiter Wolfgang Kunert erwies sich dabei erneut als überaus kompetenter Fachberater, Spezialist in allen Förderfragen, hilfsbereiter Ansprechpartner in Praxisfragen der internationalen Zusammenarbeit und Europaarbeit. Regelmäßig führt das IPZ Informationsseminare, Europaforen, Jugendwerkstätten, internationale Konferenzen und Arbeitstagungen durch.

Heute lag der Schwerpunkt auf den EU-Programmen „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ und „ERASMUS+“. Detailinformationen hierzu sind für eine formell einwandfreie Zuschussbeantragung erfahrungsgemäß von großer Bedeutung. Das gilt sowohl für Städte, Vereine, Partnerschaftsvereine aber auch für Schulen. Neben dem EU-Programm ERASMUS+ wurden auch Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Stiftungsebene im Bereich der internationalen Zusammenarbeit und Austausch aufgezeigt.

Bürgermeister Matthias Baaß betonte bei der Begrüßung der Seminarteilnehmer die Notwendigkeit, dass alle Akteure in Sachen Völkerverständigung und bürgerschaftlichem Engagement immer wieder eine Übersicht im Dschungel der Förderstellen (Stiftungen, Bundesinstitutionen und EU) verschafft, den Weg zu den Geldquellen und Zuschusstöpfen gezeigt bekommen. Baaß ermutigte dazu, Europa im Auge zu behalten – gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Veränderungen hierzulande, in Europa und außerhalb Europas – im Engagement für ein friedvolles Miteinander nicht zu erlahmen. Partnerschaftsarbeit sei Friedensarbeit. Als Vertreter der Stadtverwaltung Viernheim nahmen Stephan Schneider und Rudolf Haas an der Tagung teil.

http://www.viernheim.de/aktuelles/pressespiegel/bericht/archiv/2017/february/02/artikel/tagung-des-ipz-im-viernheimer-rathaus-foerdermoeglichkeiten-fuer-europaprojekte-staedte-und-schul.html


Extremismus bereitet Sorgen

Europa – Politiker standen Schülern bei Podiumsdiskussion Rede und AntwortEuropa – Politiker standen Schülern bei Podiumsdiskussion Rede und Antwort


Auf dem IPZ-Podium in der Aula der Europaschule Kerpen, von links nach rechts Stefan Ernstfeld MdL, Werner Jostmeier MdL, Dr. Georg Kippels MdB, Dr. Ingo Wolf MdL, Doris Pack, ehemaliges MdEP, und Axel Voss MdEP. Fotos: Bernd Woidtke

Kerpen. Was tut die Europäische Union gegen Extremismus? Was passiert, wenn TTIP kommt? Wie würde sich ein Brexit auf die EU auswirken? Hätte eine Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten Auswirkungen auf die EU? Die Schüler des Kerpener Europagymnasiums nutzten am 17. Juni 2016 die Anwesenheit führender Regionalund EU-Politiker in ihrer Schule dazu, ihre Sorgen auszudrücken. Das in Hürth ansässige Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) verband seine in Kerpen anberaumte Kuratoriumssitzung damit, sich den Fragen der Elftklässler und Schülern der EU-Kurse aus der achten und neunten Stufe im Pädagogischen Zentrum des Europagymnasiums zu stellen. Zum Auftakt intonierte die schuleigene Big Band die inoffizielle Götterfunken-Europahymne nach Beethovens neunter Sinfonie.

Viel Applaus bekam ein Schüler für seine Frage: „Wer gibt uns das Recht, Menschen von einer Landmasse auszuschließen, denen es schlechter geht als uns?" Ingo Wolf (FDP), Ex-Innenminister des Landes, betonte die rechtsstaatliche Souveränität der EU-Länder, die das Handeln der Union erschwere. Dies bezog er auf die Flüchtlingspolitik ebenso wie auf die Bekämpfung extremistischer Bewegungen. Man müsse „Vertrauen zurückgewinnen durch schnelleres und effektiveres Handeln, forderte der Bedburger Bundestagsabgeordnete Georg Kippels (CDU) Zudem sei es wichtig, „die EU neu zu erklären“. Sie sei, anders als oft angenommen, „keine Einbahnstraße, Deutschland profitiert auch davon“. Der EU-Abgeordnete Axel Voss (CDU) sagte: „Nur gemeinsam kann man mehr erreichen.“

Die Sorgen der Schüler seien berechtigt. Ein Brexit, also der Austritt Großbritanniens aus der EU, sei „der erste Schritt zur Selbstzerstörung der EU“ und gebe „Auftrieb für extremistische Organisationen“. „Den meisten von uns geht es gut wegen der EU“, befand die Saarbrücker EU-Parlamentarierin Doris Pack (CDU). Aber bei Asyl- und Flüchtlingspolitik habe die EU „zu spät die Weichen gestellt“. Den Energiewechsel als deutschen Alleingang verteidigte sie als „Denkanstoß für andere Nationen“. Schockiert über den „rechten Rand“ zeigte sich Landtagsabgeordneter Stefan Engstfeld (Bündnis 90/Grüne). Es gelte, „eine Atmosphäre zu vermeiden, in der aus Argumenten tödliche Kugeln werden“. TTIP lehnte er unter anderem wegen der Gefahr der Einfuhr genmanipulierter Lebensmittel ab. „Die Politik muss die Probleme lösen. Wenn sie das nicht tut oder die Bürger den Eindruck bekommen, dass sie das nicht kann, stoßen Extremisten in das Vakuum“, betonte Werner Jostmeier (CDU), landtagsabgeordneter als Dülmen. Die Lösung der Probleme sei das beste Mittel dagegen.

 Als Europa-Gymnasiasten machten sich die Schüler konstruktive Gedanken im Alltag, berichtete Lehrer Bernd Woidtke. Es gab eine kleine Schau über die schulischen Aktivitäten wie Austauschfahrten und Integrationsprojekte."

(Nach einem Bericht von Dietmar Fratz im Kölner Stadt-Anzeiger vom 18.06.2016.)

SV-Sprecher Burak Altunalev wird von Co-Moderator Oliver Strucken-Bathke befragt.


Schotten: Europäische Idee kreativ umgesetzt



Dr. Christoph Müllerleile, Vorsitzender des Instituts für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (rechts), überreicht Hans Otto Zimmermann den Europapreis. Foto: Weil

Verschwisterungsverein Schotten erhält hohe Auszeichnung / Werbung für Europawahlen / Anerkennung für besonderes Projekt

BURKHARDS - (sw). Der Verschwisterungsverein Schotten hat eine hohe Auszeichnung erhalten: Das Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) hat den Europapreis 2014 an den Schottener Verein verliehen, der sich seit über einem halben Jahrhundert um den europäischen Partnerschaftsgedanken verdient gemacht hat.

Hans Otto Zimmermann, Vorsitzender des Verschwisterungsvereins und Schottens Ehrenbürgermeister, konnte am Samstag den Preis vom IPZ-Vorsitzenden Dr. Christoph Müllerleile entgegennehmen. Feierlicher Rahmen war der Festakt im Burkhardser Landgasthaus „Zur Birke“ zum 55-jährigen Bestehen der Partnerschaft mit der italienischen Stadt Arco, der unter Teilnahme der weiteren Partner- beziehungsweise befreundeten Städte Crosne (Frankreich), Beloeil (Belgien), Ozimek (Polen), Rymarov (Tschechien), Roccella Jonica (Italien) und Bogen (Bayern) begangen wurde.

Der seit 1993 vergebene Preis des Institutes wird jährlich an Kommunen und Partnerschaftsvereine vergeben, die sich durch kontinuierliche Partnerschaftsarbeit sowie durch besondere Projekte und innovative Ideen auszeichnen, erläuterte Müllerleile. Anlässlich der Europawahlen im Mai 2014 wurde ein Sonderpreis für besonderes bürgerschaftliches Engagement vergeben, der an den Schottener Verschwisterungsverein ging. Im Vorfeld der Wahlen hatte der Verschwisterungsverein eine Diskussionsveranstaltung zur Europäischen Union organisiert.

Der IPZ-Vorsitzende erinnerte in seiner Laudatio an die sinkende Wahlbeteiligung zum Europäischen Parlament als „Ausdruck des zunehmenden Vertrauensverlustes in die Demokratie“. Habe die Wahlbeteiligung bei den ersten Europawahlen 1979 noch durchschnittlich 63 Prozent betragen, so sei sie im Jahr 2009 auf 43 Prozent gesunken. Daher sei das massive Werben des Schottener Verschwisterungsvereins für eine hohe Wahlbeteiligung besonders zu würdigen. Zusammen mit den Partnerstädten habe der Verein gezeigt, dass „Europa nicht nur eine Frage der Brüsseler Politik ist“, so Müllerleile. „Die zentralen Zukunftsfragen von Frieden, wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Solidarität gehen uns alle an“, sagte der IPZ-Vorsitzende.

Der vom Verschwisterungsverein in der Vogelsbergschule veranstaltete Europatag habe beispielhaft zentrale Aspekte der europäischen Gemeinschaft – die kulturelle Vielfalt, die politische Debatte und die gemeinsame Geschichte – vereint. In einem in dieser Form wohl selten zu hörenden Konzert hatten sechs europäische Schulchöre– über das Internet verbunden – die erste Strophe der Europahymne gesungen. In der anschließenden Diskussionsrunde hatten Vertreter des Europaparlamentes, des Hessischen Landtages und der Stadt Schotten über Fragen der Bildung und Wirtschaft ihre Meinungen ausgetauscht sowie die Bedeutung der Europawahlen beleuchtet. Gemeinsam wurde dann die Ausstellung „Zeugnisse europäischer Freundschaften aus mehr als 50 Jahren“ im historischen Rathaus mit einer Vielzahl von Gastgeschenken, Partnerschaftsurkunden und Auszeichnungen eröffnet.

Die europäische Partnerschaft werde vom Engagement der Bürger getragen, betonte Müllerleile. Die europäische Einigung könne nicht vorangetrieben werden, „wenn sich die Bürger nicht kennenlernen und austauschen würden“. Die Städtepartnerschaften ebneten den Weg für die Einigung der Staaten. Der IPZ-Vorsitzende bezeichnete Schotten als einen „sehr aktiven Akteur für die internationale Verständigung“. Der Verschwisterungsverein und die Gremien in Schottens Partnerstädten hätten die europäische Idee kreativ umgesetzt und ihre Bedeutung auf verschiedene Weise dargestellt.

Aus: Gießener Anzeiger 19.10.2015

Aus gleichem Anlass haben auch die Osthessen-News am 19.10.2015 berichtet.

Bordesholm : Eine Urkunde für die Freundschaft

Der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Manfred Osbahr (links) und Bürgermeister Helmut Tiede zeigen die Urkunde und die Medaille, die sie für ihr städtepartnerschaftliches Engagement erhalten haben.

Bordesholm | Eine 22-jährige Freundschaft ist an sich schon beachtlich. Wenn diese dann auch noch offiziell gewürdigt wird, ist das etwas ganz Besonderes. Jetzt wurde Bordesholm für sein Projekt mit der befreundeten lettischen Stadt Kekava vom Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) geehrt.

Die Institutsleiterin Marijke Mulder beurteilte das Freundschaftsprojekt aus dem letzten Jahr als „ein exzellentes Beispiel“ dafür, wie der „wachsenden Europaskepsis“ begegnet werden kann. Besonders lobte sie die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg.

60 Besucher, unter anderem auch eine Delegation aus Kekava und der polnischen Stadt Gostyn waren dabei, als im Savoy-Kino eine Urkunde und eine Medaille verliehen wurden. Auch zu Gostyn pflegt Bordesholm eine partnerstädtische Freundschaft.

Im letzten Jahr waren Vertreter beider Städte zu Besuch in Bordesholm und arbeiteten zusammen unter dem Motto „Gemeinsame Wurzeln – gemeinsame Stärken“ die Geschichte auf. So besuchten die Teilnehmer unter anderem das ehemalige Konzentrationslager Neuengamme und trafen Zeitzeugen. „Es war trotz der Schattenseiten, die unsere Vergangenheit geprägt haben, eine vergnügliche Arbeit“, meinte Bürgermeister Helmut Tiede in seiner Ansprache.

Manfred Osbahr, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, verteilte Wurzelstücke eines Bordesholmer Baums: „Die Wurzel ist ein wunderbares Bild für Verlässlichkeit, Standhaftigkeit aber auch für Kraft. Seien wir weiterhin gemeinsame Wurzeln eines gemeinsamen Lebensbaumes.“

Für die musikalische Unterhaltung der Feier sorgte ein Damenquintett aus Gostyn, und nach dem Film „5,1 Kilometer – Ein See und seine Menschen“ von Elsabe Gläßel wurde zu einem Imbiss gebeten.

Aus Holsteinischer Courier 3.Jul.2015. Autor und Fotograf Alexandra Bury


Feierliche Preisverleihung am 5. Mai 2015:
IPZ-Europapreis für das Beste Jugendprojekt 2014
an die Stadt Gütersloh für die Entwicklung einer Europäischen Praktikumsbörse


Zeitungsartikel: Praktikumsbörse als Paradebeispiel für Weltoffenheit (Die Glocke 7. Mai 2015)



Deutsch-Französischer Partnerschaftstag

am 16.04.2015 in Hanau

Zeitungsartikel: Großauheim und Conflans erneuern Partnerschaft  (Hanau Post 24. April 2015)


„Alltag ist europäisch geprägt“

AUFRUF Städtepartnerschaftsvereine engagieren sich für starkes Europa

SCHOTTEN - (red). Städtepartnerschaften haben in der Vergangenheit stets für die Verständigung der Völker gearbeitet. Die Basis dafür war und ist ein starkes Europa. Der Verschwisterungsverein Schotten (VVS) ruft deshalb in Zusammenarbeit mit dem Institut für Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ), der Vereinigung deutscher Partnerschaftsvereine, „alle Bürger auf, am Sonntag ihre Stimme für die Zusammensetzung des Europäischen Parlamentes abzugeben“. „Nehmen Sie ihr Recht auf demokratische Mitbestimmung wahr“, fordern die Vorsitzenden, Hans Otto Zimmermann (VVS) und Dr. Christoph Müllerleile (IPZ) die wahlberechtigten Bürger Schottens auf.

„Von besonderer Bedeutung ist diesmal, welche Stimmenanteile die antieuropäischen und euroskeptischen Kräfte hinter sich vereinen können. Angesichts der herrschenden Krisen brauchen wir ein starkes Europäisches Parlament. Wir dürfen den Kräften, die vor allem ihre eigenen nationalen Interessen durchsetzen wollen, keine Mehrheit geben. Deshalb tragen die Wahlberechtigten eine große Verantwortung. Eine hohe Wahlbeteiligung wäre ein deutliches Signal für Frieden, Demokratie und soziale Sicherheit“, betont Müllerleile.

Vor allem die Finanz- und Schuldenkrise habe die EU und ihre Mitglieder auf eine harte Probe gestellt. In Osteuropa zeige sich, wie dramatisch schnell eine Kriegsgefahr das friedliche Zusammenleben der Völker infrage stellen könne.

„Unser Alltag ist durch und durch europäisch geprägt“, stellen der IPZ-Vorsitzende und Hans Otto Zimmermann weiter fest. „Klassische Beispiele dafür seien nicht nur die spanische Chorizo auf dem Teller und der französische Brie im Kühlschrank, sondern auch die Qualität der Badegewässer, die Pflichtangaben zum Energieverbrauch von Elektrogeräten, die Sicherheit von Kinderspielzeug, transparente Preisangaben bei Flügen und so weiter. Den Rahmen dafür hätten europäische Gesetze gesteckt. Die Wählerinnen und Wähler gestalteten mit ihrer Stimme die europäische Politik und damit auch ihr alltägliches Leben.

Wer nicht zur Wahl geht, überlässt die Zukunft unseres Landes anderen, wer nicht wählt, stärkt garantiert die Falschen“, betonen Zimmermann und Müllerleile abschließend. (Aus: Kreis-Anzeiger für die Wetterau 23.05.2014).



Mitteldeutsche Zeitung / Lokales Merseburg, 15.10.2013




Badische Neueste Nachrichten, 9.7.2013



Badische Neueste Nachrichten, 5.7.2013


"Europa" fängt schon in Pulheim an


Franz-Robert Linden und Johanna Stöckler von der Europa-AG am GSG, Guido van den Berg (MdL, SPD), Ralph Bombis (MdL, FDP) und Axel Voss (MdEP, CDU).Foto: bn

Pulheim (bn). Europa ist deine Zukunft. Sich informieren, mitreden, sich engagieren: Unter diesem Motto vermittelt das "Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit" (IPZ) seit 18 Jahren an Schulen nicht nur Basiswissen zur europäischen Gemeinschaft, sondern informiert am "Europatag für Jugendliche", welche Vorteile und Chancen die Europäische Union besonders jungen Leuten bietet. Gastgeber des 123. Europatages war das Geschwister-Scholl-Gymnasium.


Nicht nur politisch opportun über die Sorgen und Nöte der Jugend zu reden, sondern sich auch mit Jugendlichen über die drängenden Themen Europas auszutauschen, das ist nur ein Anliegen der Veranstaltungen. Im Rahmen der Podiumsdiskussion zur europäischen Zukunft stellten sich die Politiker Axel Voss, Mitglied des Europäischen Parlaments, sowie die Mandatsträger des NRW-Landtages, Guido van den Berg und Ralph Bombis, den Fragen der Jugendlichen. Unisono hoben die Politiker dabei die Bedeutung der EU für den gesellschaftlichen Fortschritt hervor, jetzt und auch für kommende Generationen. Einmütig verteidigten sie, bei allen aktuellen Schwierigkeiten, die Einführung der Euro-Gemeinschaftswährung. Wichtig sei es, Demokratie und die damit verbundenen Werte nicht als Selbstverständlichkeit anzusehen. Jede Generation müsse diesen Wertbestand aufs Neue verteidigen.


Auf die konkrete Frage, wie sich Jugendlichen und Schulen für Europa engagieren könnten, wirkten die Volksvertreter allerdings recht einfallslos. Das stereotype "mischen sie sich ein" war deutlich zu wenig. Wesentlich hilfreicher sind hier Vereine wie IPZ, deren Mitglieder die Schüler über Praktika, Studium, Förderprogramme, Stipendien und Arbeitsaufnahme innerhalb der EU aus eigener Erfahrung lebensnah informierten. "Es muss auch nicht zwangsläufig eine politische Partei sein. Auch Städtepartnerschaftsvereine und lokale Sportvereine bieten Möglichkeiten, sich für eine europäische Verständigung zu engagieren", so Anna Noddeland von IPZ.


Die schuleigene "Europa-AG" ist allerdings der beste Beleg, dass das Engagement für Europa im Kopf beginnt. Rund 15 Schüler kommen einmal in der Woche zusammen, um sich abseits des Lehrplans mit Europa zu beschäftigen. Ziel sei es, die Jugendlichen für die Thematik zu sensibilisieren und heranzuführen; dabei fungiere Europa auch als Vorlage für kreative Projekte, sei es die Installation von Spielen für die jüngeren Schüler, oder von Schilderbäumen, so Lehrer Karsten Riß, der die Europa-AG leitet


Bei soviel positivem Engagement stimmt es nachdenklich, wenn Veranstaltungen wie der "Europatag für junge Leute", finanziell gefördert von der Europäischen Kommission, dem Rotstift zum Opfer fallen sollen. Dabei gaben 94 Prozent der Deutschen bei einer Umfrage von "Eurobarometer" offen zu, eigentlich nicht zu wissen, wie die EU funktioniert. Wenig tröstlich, wenn es in Pulheim nun ein paar Prozent weniger sind.

  Dienstag, 2.7.2013, Sonntagspost Pulheim, info@sonntags-post.de



Gemeinsam können wir Probleme leichter lösen

IPZ-Europakonferenz in Torun – Tadeusz Zwiefka: „Wir wollen nicht, dass sich die Vergangenheit auf die Zukunft auswirkt“


Toruń (red)
. Die Zukunft der Partnerschaften zwischen Ost- und Westeuropa war das beherrschende Thema der dritten Europakonferenz des Instituts für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) in Kooperation mit der polnischen Stadt Torún und dessen deutscher Partnerstadt Göttingen. Die Konferenz, die am 7. und 8. Juni 2013 stattfand, führte dank zahlreicher Redebeiträge und Informationen durch die Teilnehmer zu sehr engagierten Diskussionen. Gastredner war am ersten Tag der Veranstaltung der polnische Europaabgeordnete aus Stettin, Tadeusz Zwiefka.


Neben ihm nahm auch der stellvertretende Präsident der Stadt Torún, Zbigniew Rasielewski, an der Veranstaltung teil. Er begrüßte in Vertretung des Bürgermeisters die Konferenzteilnehmer. Für das IPZ hieß Vorstandsmitglied Wolfgang Kunert die insgesamt 43 Vertreter von Kommunen, Schulen oder Partnerschaftsorganisationen aus Deutschland und Polen willkommen. Die Leiterinnen der Konferenz, IPZ-Geschäftsführerin Anna Noddeland und ihre Kollegin Marijke Mulder konnten auch die städtische Beauftragte für internationale Zusammenarbeit Ewa Banaszczuk-Kisiel sowie die Leiterin des Referats für Öffentlichkeitsarbeit, Malgorzata Lewandowska, im Ratssaal des historischen Rathauses von Torún begrüßen.

Noddeland gab zu Beginn der Konferenz einen kurzen geschichtlichen Rückblick. Sie erinnerte dabei vor allem an den Kniefall von Willi Brandt am 7. Dezember 1970 am Ehrenmal der Helden des Ghettos in Warschau am Tag vor der Unterzeichnung des Warschauer Vertrages. Diese Demutsgeste des damaligen Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland war der Beginn der Ost-West Aussöhnung. Heute sei es die Jugend, die die Fackel Europas mit dem Gedanken „wir wollen zueinander, wir wollen miteinander“ weiter tragen muss. Damit brachte sie gleichzeitig das Schwerpunktthema der Konferenz zum Ausdruck. Denn in allen weiteren Diskussionsbeiträgen wurde deutlich, dass gerade das Thema Jugend in den deutsch-polnischen Partnerschaften eine bedeutende Rolle spielt.

Was auch der Europaabgeordnete in seiner sehr engagierten und emotionalen gehaltenen Rede deutlich machte. Zwiefka unterstrich aber auch, dass er die Reden von Gegnern des Beitritts von Polen in die EU unter dem Titel „Unsinn“ abheftet. Gerade vor dem Hintergrund der Krise seien die Reden der Gegner Europas als „Blödsinn“ abzustempeln. „Wir wollen nicht, dass sich die Vergangenheit auf die Zukunft auswirkt.“

Wichtiger sei es gemeinsam zu versuchen eine Antwort auf die Frage zu erhalten, wie wir aus dieser Krise herauskommen. Der wichtigste Grundstein für die Lösung seien aber die Partnerschaften der Bürgerinnen und Bürger. „Kommunale Partnerschaften sind die Grundsteine für die Europäische Gemeinschaft.“ Derzeit stehe die Suche nach gegenseitiger Unterstützung und gemeinsamen Zielen im Vordergrund sämtlicher Aktivitäten. Dabei müsse die Politik immer berücksichtigen, dass die Idee der Europäischen Union kein Konstrukt der Regionen, sondern der Partnerschaft der Städte sei.

             

Dieses System funktioniere allerdings nur mit finanzieller Unterstützung durch die EU. Das Jahr 2013 sei das Jahr schwieriger Verhandlungen über die Förderprogramme für die Jahre 2015-2020. Zwiefka führte aus, dass Brüssel deutlich erkennen lasse, dass man die Problematik der Städte immer weniger wahrnehme. Mit Blick auf die bisherigen Förderprogramme zum Beispiel für Bürgerbegegnungen in Städtepartnerschaften, Netzwerken oder anderen Projekten, die von der EU finanziell unterstützt wurden, zeigte sich der Abgeordnete allerdings zuversichtlich. „Wir sind zwar sehr spät dran, aber ab 2014 wird es bestimmte finanzielle Mittel geben, um die Rolle der Städte zu stärken.“ Auch wenn die Debatten über die Aufstellung des Programms für 2014 bis 2020 derzeit etwas anderes vermuten lassen würden. Abschließend fordert er eine zielorientierte Planung, gerade auch im sozialen Bereich. „Das europäische Parlament weiß auch nicht alles, es muss mit denen Reden die vor Ort wissen, was los ist. Partnerschaft muss von unten aufgebaut und nicht aufgezwungen werden.“

Mit Blick auf Europa insgesamt erklärte der EU-Abgeordnete abschließend, dass es kaum nachvollziehbar sei, dass es in Europa Regionen mit großer Arbeitslosigkeit gibt und gleichzeitig ein erheblicher Fachkräftemangel besteht. Gleichzeitig verwies er auf das Problem der offenen Grenzen. Man rede heute verstärkt über Sozialmigration und vor diesem Hintergrund auch darüber, Grenzen wieder zu schließen, um zu verhindern, dass man in anderen Staaten Sozialhilfe zu Unrecht bezieht. „Daran muss gearbeitet werden und das vor allem auf europäischer Ebene“, schloss Zwiefka seine Ausführungen.

Nach diesem sehr informellen und anregenden Beitrag des EU-Abgeordneten trafen sich die Konferenzteilnehmer in verschiedenen Workshops. Neben dem zum Thema „das europäische Jahr der Bürgerinnen und Bürger“ und dem zum Thema Europäer – Unionsbürger stand der Workshop mit dem Titel „Jugendprojekte fördern –aber wie?“ im Fokus der Konferenzteilnehmer. Hier wurden die vielfältigsten Aktivitäten unter dem Aspekt der Beteiligung der Jugend an der Partnerschaft diskutiert. Der krönende Abschluss des ersten Tages war ein gemeinsames Abendessen in entspannter Atmosphäre. Hier zeigte sich wiederholt die gute Zusammenarbeit in der Vorbereitung der Konferenz zwischen den Mitarbeiterinnen des IPZ und Malgorzata Lewandowska auf Torúner Seite.

Was sich auch am zweiten Tag zeigte. Hier stand vor allem die Präsentation der Arbeit des deutsch-polnischen Jugendwerkes im Vordergrund. Dessen Vertreter, dem Leiter des Förderreferats schulischer Austausch Jarek Brodowski, gab interessante Einblicke in die Arbeit und Geschichte dieser am 17. Juni 1991 gegründeten Einrichtung. Auch der Beitrag der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit wurde mit Aufmerksamkeit von den Anwesenden verfolgt. Was auch für die Präsentation der Partnerschaft zwischen den Kommunen Gedern (Deutschland) und Polanow (Polen) zutraf. Der Vorsitzende des Verschwisterungsvereins Gedern-Polanow e. V., Wolfgang Kunert, berichtete über die erst seit zehn Jahren bestehende Partnerschaft und deren Entwicklung. Dabei richtete er den Fokus seiner Präsentation auf die in die Partnerschaft eingebundenen Beziehungen der Schulen und Feuerwehren.

Noddeland und die Vertreterinnen der Stadt Torun sowie die Konferenzteilnehmer insgesamt zeigten bei der Evaluierung der Konferenz sehr zufrieden über den Verlauf der Veranstaltung und deren Ergebnisse. So konnten die Teilnehmer nicht nur neue Informationen mit nach Hause nehmen, sondern es wurden zahlreiche neue Kontakte geknüpft und interessante Einblicke in die Partnerschaftsarbeit anderer Kommunen oder Vereinen gewonnen.



Einige Konferenzteilnehmer posierten mit der Europaflagge
vor dem Nikolaus Kopernikus Denkmal im Stadtzentrum.